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Symposium - Rückblick 2010

Die Fasern der Zukunft

8. Internationales Symposium „Werkstoffe aus Nachwachsenden Rohstoffen“ 2010 mit Preisverleihung in Erfurt

52 Referenten und rund 230 Teilnehmer aus 14 Ländern tagten vom 9. - 10. September 2010 im CongressCenter Erfurt. Im Rahmen des 8. Internationalen Symposiums „Werkstoffe aus Nachwachsenden Rohstoffen“ erhielt Dr. Nicolas LeMoigne aus Frankreich den renommierten „ALCERU Award 2010“.

„Das Symposium führt seit 1999 innovative Persönlichkeiten aus aller Welt hier in Erfurt zusammen“, berichtet Johann Fuchsgruber, Geschäftsführer der Messe Erfurt. Im Mittelpunkt des von der Forschungsvereinigung Werkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen e.V. (WNR) organisierten Fachpodiums steht die Zukunft. Denn langfristig müssen sowohl die Atomenergie als auch die fossilen Rohstoffe durch erneuerbare und gesellschaftlich stärker akzeptierte Alternativen ergänzt und schließlich ersetzt werden. Bereits heute dienen die Rohstoffe des 21. Jahrhunderts, wie Zucker und Naturfasern oder Cellulose, Stärke, pflanzliche Öle und tierische Fette, als Ausgangsmaterialien für zahlreiche Werkstoffe. Neueste Forschungsergebnisse dazu diskutierten die Referenten und Teilnehmer vom 9. bis 10. September 2010 in Erfurt. Von der Fachwelt wurde mit Spannung erwartet, der Vortrag von Professor Röper, der sich mit dem gemeinsamen Positionspapier der wissenschaftlichen Gesellschaften der chemischen Industrie zum Thema „Rohstoffbasis im Wandel“ beschäftigte und das Referat von Professor Teischinger, TU Wien, zu den Chancen und Grenzen von Holz im Spannungsfeld seiner Nutzungsmöglichkeiten.

Faszination Cellulose

Erstmals in das Symposium integriert wurde die Sektion „Alternative Cellulose“ des Thüringischen Institutes für Textil- und Kunststoff-Forschung e.V. (TITK). Das in Rudolstadt/Thüringen ansässige Institut vergibt seit 1998 alle zwei Jahre den international anerkannten „ALCERU Award“. Der Preisträger 2010 hieß Nicolas LeMoigne und kommt aus Frankreich. Der junge Wissenschaftler erhielt die Auszeichnung für seine Doktorarbeit zum Lösungsverhalten von natürlichen Cellulosefasern. Die Laudatio hielt Patrick Navard, Präsident des European Polysaccharide Network of Excellence (EPNOE).
Cellulosefasern sind sehr vielfältige natürliche Fasern. Sie werden aus Holz, Faserpflanzen und Baumwolle gewonnen und eignen sich in modifizierter Form für vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Als Wundauflagen in der Medizin, aber auch in technischen Konstruktionswerkstoffen, Dämm- und Isoliermaterialien sowie Bekleidung finden Cellulosefasern inzwischen Anwendung. Ebenfalls sind sie als "intelligente Fasern" gefragt, da sie Wirksubstanzen kontrolliert abgeben können.

Im Fokus der weiteren Sektionen des etablierten Symposiums standen Naturfaserverbundwerkstoffe, Biopolymere und erstmals auch Holzwerkstoffe. Zur Vertiefung der einzelnen Themen in Theorie und Praxis dienten die Posterpräsentationen und die begleitende Fachausstellung.